Blick hinter eigenen Horizont

Eine Jahresvorschau zwecks Austausch, Vernetzung und Weiterbildung für Qualitätsjournalisten

Nicht nur für alte Rocker geht es hinterm Horizont weiter, auch für junge oder sich frisch erhaltende Journalisten. Und so ist stete Vernetzung und Weiterbildung zur Entwicklung gefragt. Hier eine kurze Übersicht über die wichtigsten Szenentreffs im Jahre 2011 – zur nachhaltigen Erbauung natürlich jenseits von Empfängen, Bällen oder Lounges mit dem Vornamen Presse.

Der wichtigste Akt in der Nähe ist in der Hochburg der flüchtigen Medien, der gefühlten Hauptstadt ganz Mitteldeutschlands, zu Hause – und zwar, weil dort das höchste Medienhaus des ganzen Jump-(früher Live-) Landes erwachsen ist. Medientreffpunkt Mitteldeutschland heißt die rundfunklast- und partylustige Veranstaltung, die im 13. Jahrgang vom 2. bis 4. Mai in Leipzig groß inszeniert wird. Noch sind nur das Motto („Preis schlägt gratis – die Renaissance der Vernunft“) und die Programmeckpunkte der fünf Rubriken öffentlich, das Programm wird nach Angaben von Pressesprecher Thomas Köhler aber spätestens ab 4. April öffentlich per Netz und Broschüre verfügbar sein. Spannung verheißt vorab schon die Diskussion „Fressen die Talkshows das Fernsehen auf?“ unter der Rubrik „Macher“ und das „Politik“-Thema „Provinz ohne Zeitung“. Am Abend des 3. Mai wartet zum Tag der Pressefreiheit eine gemeinsame Veranstaltung von Reporter ohne Grenzen, BDZV und dem Bundes-DJV zum Tag der Pressefreiheit – was genau bleibt einen Monat vorher noch eine Überraschung. Keine Überraschung hingegen der Eintritt: Tagestickets kosten 110, drei Tage 210 Euro, berichtende Journalisten bezahlen allerdings mit der Kopie des richtigen Presseausweises.

Auch der DJV Sachsen bietet zum Ausklang des 13. MTM am Nachmittag des 4. Mai ein interessantes Weiterbildungsangebot: ein reichlich zweistündiges Seminar inklusive Fragestunde unter dem Titel  „Was ein Freiberufler im Medienbereich wissen sollte“. Es geht um Existenzgründung, Geldverdienen und Lebensichern.

Die Initiative Qualität (IQ) tagt nur in geraden Jahrgängen, das Netzwerk Recherche (nr) jedes Jahr im Hamburger NDR-Konferenzzentrum – und damit unter Dienstaufsicht, weil in direkter Nachbarschaft und personeller Symbiose mit dem Medienmagazin ZAPP und der Tagesschau. Die „nr-Jahreskonferenz 2011“ (1./2. Juli) verleiht wie gewohnt die „Verschlossene Auster“ für öffentliche Dichthalter und feiert gleichzeitig das zehnjährige Bestehen des journalistischen Ordens der Wahrheitsretter. Dazu gibt es fast einhundert einzelne Veranstaltungen für wohl wieder über 800 Medienmenschen und auch -mädchen, unter ersteren etliche Alpa-, Beta- und Gamma-Journalisten.

Von den beiden DJV-Kongressen „Besser online“ (17. September) und „24 Stunden Zukunft“ (8. & 9. Oktober) sind bislang nur die Termine öffentlich, die 4. Deutsch-Polnischen Medientage (30. Mai bis 1. Juni) der beiden Stiftungen von Robert Bosch und für deutsch-polnische Zusammenarbeit laden dieses Jahr nach  Zielona Góra (Grünberg) in die Woiwodschaft Lubuskie ein. Dort wird auch der  grenzüberschreitende Journalistenpreis verliehen, die Auswahl für den Jahrgang 2010 fällt aus 173 Einsendungen. Das Arbeitsthema der Medientage lautet hingegen „Agenda 2031: Die nächsten 20 Jahre Nachbarschaft – Deutschland, Polen und die EU“. Danach wartet direkt die Frage „Theoretisch praktisch!?“ und damit die  56. Jahrestagung der DGPuK an der TU Dortmund (1. bis 3. Juni). Die versammelten Medienwissenschaftler befassen sich zurecht mit der Frage nach der gesellschaftlichen Relevanz ihrer Disziplin.

Für Studenten gibt es – natürlich neben den erwähnten Höhepunkten – zwei weitere Höhepunkte: Die 7. Studentischen Medientage Chemnitz – geleitet von zwei „Hauptorganisatoren“ quasi als Höhepunkt ihres dreijährigen Bachelorstudiums – locken am Wochenende vor dem heißen Start ins Sommersemester auf den TU-Campus. Am 9. & 10. April wartet die Reifeprüfung für Mareike Schück und Stefan Klix, seit September macht der Blog regelmäßig neugierig. Das Thema 2011 heißt „Einstudieren. Aufpolieren. Zelebrieren. Dimensionen medialer Inszenierung“ und ist damit brisant. Die Podiumsdiskussion widmet sich der politischen Seite und lockt mit Uta Georgi, Robin Cumpl, Peter Porsch und Peter Stawowy. Das Programm ringsrum ist umfangreich, der Eintritt frei – auch für Erwachsene.

Das zweite ist zugleich das größte studentische: Das 15. Medienforum Mittweida harrt einer Neupositionierung, wie Professor Ludwig Hilmer auf Kurier-Anfrage verrät – daher ist der Termin  noch in weiter Ferne: am 21. & 22. November lockt der Weg nach Mittelsachsen.

Zum Schluss zur Belohnung ein rascher Tipp für schnelle Freaks: Am 8. und 9. April wartet im Westberliner Haus der Kulturen das „tazlab“ – also das Zukunftslabor der Tageszeitung– und bietet in Kooperation mit arteigenen Medien wie „Le Monde diplomatique“, der Wochenzeitung „Der Freitag“, dem britischen „Guardian“ oder dem Kulturinternetdienst „Perlentaucher“ zwei Dutzend Veranstaltungen zur so genannten Medienrevolution. Viva!

Elmar Mann

Über djvintern
Der DJV Sachsen wurde 1990 gegründet und ist als Mitglied im Deutschen Journalisten-Verband die Interessenvertretung der Journalistinnen und Journalisten im Freistaat Sachsen.

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