Eine Beitragsreform für den DJV?

Gleich vorweg: Es geht nicht um Ihre Mitgliedsbeiträge im DJV Sachsen. Zumindest nicht unmittelbar. Mittelbar jedoch schon, denn rund 40 Prozent des Beitrages eines jeden Mitgliedes erhält der Bundesverband. Das sind alljährlich für den Landesverband Sachsen rund  130000 Euro. In weniger als zehn Jahren kommt da eine gute Million Euro zusammen, betont Schatzmeister Hartmut Weiße.

Die Landesverbände des DJV sind aufgrund ihrer Größe, aber auch aufgrund unterschiedlichster Beitragsordnungen, in ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit sehr differenziert. Insbesondere die Verbände mit weniger als 1000 Mitgliedern können die finanzielle Basis für eine mit anderen Landesverbänden vergleichbare Mitgliederbetreuung kaum sichern.

Seit 1990 betrifft das hauptsächlich die ostdeutschen Bundesländer. Sie haben meist weniger Mitglieder und einen niedrigeren Pro-Kopf-Mitgliedsbeitrag. Die anfänglichen Unterstützungsleistungen für die Ost-Verbände sind nach zwanzig Jahren kaum noch zu rechtfertigen. Der DJV Sachsen hat daher dem Bundesverbandstag 2011 eine progressive Beitragsordnung vorgeschlagen, die auch bei zu erwartenden strukturellen Veränderungen flexibel bleibt.

Der Vorschlag stärkt die Mitglieder orientierte föderale Struktur des DJV und bewirkt im Kern eine differenzierte Pro-Kopf-Beitragszahlung der Landesverbände an den Bund. Zwar ist der Beitrag an den Bund pro Kopf einheitlich, aufgrund der Basismitgliederzahl und des daran gebundenen Grundbeitrages entrichten kleinere Landesverbände pro Kopf effektiv weniger an den Bund, als große LV. Damit stehen den kleineren Landesverbänden bei vergleichbaren Beitragssätzen pro Kopf annähernd gleich viel Finanzen für die unmittelbare Mitgliederbetreuung zur Verfügung, wie den großen Landesverbänden. Gerecht, denn alle Landesverbände sichern überall die Basis-Mitgliederbetreuung vor Ort. Die Progression sorgt praktisch automatisch für einen dynamischen und zugleich solidarischen Finanzausgleich zwischen starken und weniger starken Landesverbänden. Vorgeschlagen hat der DJV Sachsen die Regelung mit der Formel

(MZ – Mitgliederzahl, 600 – Basismitgliederzahl, 7,30 € – Beitrag/Mitglied, 2000 € – Grundbeitrag)

Beim Bundesverbandstag 2011 wurde der Antrag auf Vorschlag des Antragstellers an den Gesamtvorstand verwiesen. Dieser hat sich bei seiner Januar-Sitzung 2012 erstmals mit dem Antrag aus Sachsen beschäftigt. Nun sollen die Schatzmeister der Länder weiter diskutieren.

Ein Problem bei der Umsetzung des Vorschlages ist sicher die Tatsache, dass die zahlenmäßig stärksten Landesverbände Bayern und NRW mehr an den Bundesverband abführen müssen als bisher. Allerdings bestimmen sie auch weitaus mehr als kleinere LV die Geschicke des DJV. So gehören im aktuellen siebenköpfigen Bundesvorstand beispielsweise jeweils zwei Vorstandsmitglieder dem Bayerischen Journalistenverband beziehungsweise dem DJV NRW an.

Die vorgeschlagene Beitragsordnung kann die Unterschiede zwischen den Landesverbänden nicht aufheben, sie schafft allerdings ein durchgängig solidarisches Prinzip, das gleichzeitig stimulierend wirkt. Der „Stein“ sollte ins Rollen kommen…

KMH

Mehr zum Thema im Internet in unserem blog intern.

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Über djvintern
Der DJV Sachsen wurde 1990 gegründet und ist als Mitglied im Deutschen Journalisten-Verband die Interessenvertretung der Journalistinnen und Journalisten im Freistaat Sachsen.

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