Politische Kommunikation in der Online-Welt

kanzlerin swWie Politiker-Web-Angebote genutzt werden

Mitglieder des DJV sind für Forschungsprojekte offensichtlich eine gefragte Zielgruppe. Fast jede Woche gehen in der Geschäftsstelle Anfragen und Bitten zur Weiterleitung von Fragebögen oder Online-Adressen ein. Nicht jedem dieser Wünschen kommen wir nach. Im Wahljahr 2013 schien eine Befragung von Journalistinnen und Journalisten zur politischen Kommunikation in der Online-Welt jedoch durchaus von Interesse. Besonders deshalb, weil die Web-Auftritte von Politkern im Fokus stehen sollten. Der DJV hat daher die Befragung an seine Mitglieder weitergeleitet.

In den Monaten März bis Mai 2013 beteiligten sich dann bundesweit mehr als 1000 Mitglieder an der Umfrage. Da es sich um eine Wiederholung handelte, konnte eine deutliche Steigerung der Beteiligung gegenüber dem Vorjahr registriert werden. Fast dreimal so viele Antworten gingen 2013 ein. Neben den inhaltlichen Fragen wurden auch soziodemografische Merkmale erfasst. Interessant: Die Altersstruktur der Beteiligten ähnelt der der Mitgliedschaft des DJV Sachsen. Analogie gibt es auch bei anderen Merkmalen, wie bei Geschlecht und Bildungsgrad.

Interessant ist auch, dass jeder zweite Teilnehmer kaum oder nur in sehr geringem Umfang selbst für Online-Angebote tätig ist. Nur 3,3 Prozent der Teilnehmer arbeiten ausschließlich für online-Medien. Schwerpunktmedium, für das hauptsächlich gearbeitet wird, ist die Tageszeitung. Ein Blick auf die Beteiligten aus den Landesverbänden lässt vermuten, dass der Initiator, eine Projektgruppe der Heinrich Heine Universität Düsseldorf, offensichtlich eine guten Draht in den dortigen Landesverband hat: Mehr als die Hälfte der Teilnehmer sind Nordrhein-Westfalen – lediglich ein  Sachse hat sich beteiligt. Im Freistaat kann also alles ganz anders sein. Dennoch bei der Frage: „Sind Politikerwebseiten eine Bereicherung?“ dürften wohl auch sächsische Journalistinnen und Journalisten ähnlich geantwortet haben; 68,5 Prozent verneinten dies. Nur 7.9 Prozent empfinden Politikerwebseiten als eine starke bzw. sehr starke Bereicherung. Bei den Social-media-accounts sieht es ähnlich aus. Fast 83 Prozent nutzen die der Politiker nie oder kaum, nur 5,4 Prozent greifen häufig oder sehr häufig auf tweets und Facebook-Ergüsse der Parteienvertreter zurück.

11 Polikikerwebseiten

Verblüffend sind die Antworten bei der Fragen-Kombination zur Veränderung der Rolle der Politiker-Online-Angebote in Bezug auf die journalistische Arbeit.

Die Frage, ob sich die Kritik an Politikern in die sozialen Netzwerke verlagert, können fast 40 Prozent weder mit Ja noch mit Nein beantworten.

Nur ein Drittel bejaht diese Aussage. Gleichzeitig bestätigt aber die Hälfte der Teilnehmer, dass sich die Rolle der klassischen Medien bezüglich der Kritikverlagerung stark beziehungsweise sehr stark verändert. Nur jeder Vierte bemerkt, dass sich die Bereitschaft der Politiker für O-Töne zur Verfügung zu stehen verschlechtert hat. 26,7 Prozent wissen es nicht, 13,6 Prozent meinen etwas und 23,5 Prozent sind der Meinung, eigene Social-media-accounts bewirken eine starke bzw. sehr starke Ablehnung von O-Tönen für Journalisten und Medien.

Die Ergebnisse der Umfrage stecken im Ergebnisbericht der Heinrich Heine Universität Düsseldorf. Wie Journalistinnen generell social media nutzen, stellt beim Ostdeutschen Journalistentag am 12. Oktober 2013 in Leipzig eine Studie der TU Dresden vor.

Michael Hiller

Über djvintern
Der DJV Sachsen wurde 1990 gegründet und ist als Mitglied im Deutschen Journalisten-Verband die Interessenvertretung der Journalistinnen und Journalisten im Freistaat Sachsen.

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