Gut besucht: Mitgliederversammlung im April in Riesa

Deutlich verjüngt geht der Landesvorstand nach der Mitgliederversammlung des DJV Sachsen in seine vierjährige Amtszeit. Neu im Vorstand sind Jana Mundus und Lars Radau (beide Beisitzer und beide aus Dresden/Radebeul). Ine Dippmann (Leipzig) wurde erneut mit großer Mehrheit zur Landesvorsitzenden gewählt.

Zweiter und dritter Vorsitzender sind Axel Arlt (Bautzen) und Dr. Jürgen Schlimper (Leipzig). Schatzmeister ist weiterhin Hartmut Weiße (Chemnitz), dritte Beisitzerin Gisela Bauer (Chemnitz). Nicht wieder im Landesvorstand ist Reiner Thümmler (Zwickau). Er vertritt den Landesverband zukünftig im Fachausschuss Zeitschriften.

DSC02296 VorstandV. l. n. r.: Dr. Jürgen Schlimper, Lars Radau, Axel Arlt, Hartmut Weiße und davor
Gisela Bauer, Ine Dippmann, Jana Mundus (unter http://profil.djv-sachsen.info werden alle Mandatsträger vorgestellt.)

Die Mitgliederversammlung beschloss einstimmig bei einer Enthaltung eine neue Beitragsordnung und gab – ebenfalls einstimmig – grünes Licht für die Beteiligung des Landesverbandes bei einer Initiative für ein sächsisches Informationsfreiheitsgesetz.

Die Mitgliederversammlung wählte auch die Delegierten für DJV-Bundesverbandstage in den kommenden zwei Jahren.

Alle Informationen und Beschlüsse zur Mitgliederversammlung gibt’s unter www.djv-sachsen.de/MV2014

Aus Sachsen für Weimar 2014

djvfahne swAm 3. Und 4. November findet in Weimar der diesjährige Bundesverbandstag statt. Der DJV Sachsen fährt mit zwei Anträgen und einer Resolution in die Klassikerstadt. Vertreten ist der Landesverband mit elf Delegierten.

Die Anträge beschäftigen sich mit Anliegen der Freien, die Resolution mit der Krisenberichterstattung.

So wird beantragt, dass sich der Bundesvorstand für eine attraktive Altersvorsorgemöglichkeit über das Presseversorgungswerk einsetzt. Die gegebenenfalls über einen Gruppenversicherungsvertrag zu regelnde Versicherungslösung sollte nach Vorstellung des DJV Sachsen zu den Alterstarifverträgen der Redakteure im Printbereich in jeder Richtung kompatibel sein, einen unkomplizierten Zugang, kleine regelmäßige Prämien sowie differenzierte jährliche Einmalzahlungen ermöglichen. Dauerauftraggeber von Freien Journalist(inn)en sollten die Möglichkeit haben, direkt Einzahlungen vorzunehmen.
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Rat und Stil aus dem „Nutzwerk“

nutzwerk swAlles aus einer Hand, das war einmal. Auch ein bisher tief integriertes Medienhaus wie die Chemnitzer Verlag und Druck („Freie Presse“) folgt inzwischen der Mode der Zeit und gliedert Abteilungen in Tochterfirmen aus. Erstmals ist nun auch ein Teil der Redaktion, ein klassisches Ressort, herausgelöst und in eine neue Gesellschaft eingebracht worden. Die Nutzwerk GmbH wurde von den Chemnitzern und dem Dresdner Verlagshaus DD+V („Sächsische Zeitung“) gegründet, um Mantelseiten für beide Regionalzeitungen kostensparend zu produzieren. Mehr von diesem Beitrag lesen

Ein Rufer in der Wüste schweigt für immer

Journalistenlegende Peter Scholl-Latour ist am 16. August 2014 gestorben

Von Sigrid Schönfelder

In wenigen Tagen können wir ein neues Buch von Peter Scholl-Latour „Der Fluch der bösen Tat – das Scheitern des Westens im Orient“  in den Händen halten. Wie bei allen seinen mehr als dreißig Sachbüchern werden die Meinungen weit auseinandergehen. Begeisterte Zustimmung und harsche Kritik werden aufeinander prallen – wie immer, wenn ein neues Werk von ihm erschien und in kürzester Zeit die Bestsellerlisten eroberte. Nur eines wird anders sein: wir werden den Autor nie mehr erleben, wie er nuschelnd aber vehement seine ganz eigenen Ansichten und Meinungen zu seinem Buch, zu den Ereignissen unserer Welt, zu den Großen dieser Welt und seine oftmals scharfe Kritik zum Einheitsbrei der Medien äußert und verteidigt. Sehr sympathisch, dass er – ebenfalls gegen den Trend – Kreuzfahrten fürchterlich fand. Mehr von diesem Beitrag lesen

Gedanken eines Europa-Verstehers

matrosch swAls Europa-Versteher hat man es in Russland im Moment schwer. Aus russischer Sicht gibt es so gut wie keine Argumente, welche für die Unterstützung der aktuellen Regierung in Kiew sprechen. Diese Sicht ist nur sehr begrenzt der zweifelsohne armseligen russischen Propaganda geschuldet. Viele Russen sind ernsthaft an einer Erklärung der europäischen Position zum Thema Ukraine interessiert – gerade weil sie gegenüber der eigenen Presse skeptisch sind. Aber bekommt man entsprechende Fragen gestellt, so schwingt bei den Russen auch der Zweifel mit, ob es mit der Objektivität in Europas Presse wirklich besser gestellt ist.

Nur wenige Russen bezweifeln, dass Wiktor Janukowitschs Regierung korrupt und unbeliebt war. Aber die Fragestellung, ob dies einen Regierungsumsturz – in russischer Sprachweise Putsch – rechtfertigt, sollte demokratisch sozialisierte Europäer zum Nachdenken bringen. Auch ein nicht unterzeichneter EU-Assoziierungsvertrag hätte problemlos nach den regulären Wahlen im kommenden Jahr nachgeholt werden könnten.
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EJF im Interview: Der Spanier Paco Audije

ejfswAngesehener spanischer Journalist über seine Arbeit beim EFJ in Brüssel und die Situation des Journalismus in seinem Heimatland

24 Jahre lang arbeitete er beim öffentlichen spanischen Fernsehen (RTVE). Mit Beginn der Krise im Jahre 2008 verlor er wie weitere 4.000 Journalisten und Techniker dort seine Arbeit. Jetzt ist er Korrespondent in Spanien für die belgische Zeitung „La Libre Belgique“. Darüber hinaus arbeitet er für zwei Digital-Zeitungen. In Brüssel ist er Mitglied des Lenkungsausschusses (Steering Committee der „European Federation of Journalist, EFJ)“. Sein Name: Paco Audije. Bei einem Gespräch in Madrid ging es um sein gewerkschaftliches Engagement innerhalb des EFJ und um die derzeitige Situation des Journalismus auf der iberischen Halbinsel. Mehr von diesem Beitrag lesen

newsticker: Sachsen medial

news städte swMDR vor Umstrukturierung

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) plant einen kompletten Umbau seiner Strukturen. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll die gesamte Anstalt nach inhaltlichen Schwerpunkten neu aufgestellt werden. So soll das Haus nach Bereichen wie „Nachrichten und Hintergrund“, „Kulturberichterstattung“ sowie „Bildung, Ratgeber, Service und Medienkompetenz“ geordnet werden. Einzelne Zeitungen berichten, dass dafür auch Redaktionen umziehen sollen.

Björn Steigert ist neuer operativer LVZ-Geschäftsführer

Seit Mitte September führt Björn Steigert die Geschäfte der Leipziger Volkszeitung. Der 42-jährige kommt von der Sächsischen Zeitung nach Leipzig. Marc Zeimetz (42) bleibt ebenfalls Geschäftsführer, tritt aber spätestens zum Jahresende in die Konzerngeschäftsführung der Madsack Mediengruppe  in Hannover ein. Er wird dort die Aufgaben des Finanzchefs (CFO) übernehmen. Die Leipziger Volkszeitung hat in den letzten Monaten wegen eines harten Sparkurses für Schlagzeilen gesorgt; dafür ist die Unternehmensleitung vom DJV Sachsen, anderen Gewerkschaften und Personalvertretern kritisiert worden.

Regiocast produziert Audionews für Welt-App

Smartphone-Nutzer können sich die Nachrichten in den Apps der „WELT“ vorlesen lassen. Die Produktion dieser Audionews übernimmt REGIOCAST im Radiozentrum Leipzig. Die Smartphone-Apps der WELT mit Audio-Funktion sind für Android- und iOS-Smartphones verfügbar. REGIOCAST betreibt unter anderem RADIO PSR, R.SA, sowie den Radio-Vermarkter mir.) marketing im radio und hält an einer ganzen Reihe weiterer Unternehmen Anteile.

Deutscher Radiopreis für MDR-Sputnik-Reportage

Karoline Scheer und Gerald Perschke von MDR SPUTNIK haben den Deutschen Radiopreis in der Kategorie „Beste Reportage“ gewonnen. Ausgezeichnet wurde der 30-minütige Beitrag „Land unter Suchtdruck“ über die Ausbreitung der synthetischen Droge Crystal Meth in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Es sei gelungen, „eine Form und eine Sprache zu finden, die junge Leute erreichen, berühren und zum Nachdenken anregen kann“, hieß es in der Begründung der Jury.

24 Tatort DD-Altstadt DSC02063Tatort für Dresden

Die Entscheidung ist gefallen – der neue MDR-„Tatort“ aus Sachsen spielt in Dresden. In der Landeshauptstadt wird nach Senderangaben das erste Mal in der Geschichte der Tatort-Reihe ein rein weibliches Ermittler-Team an den Start gehen.  Produziert wird der neue Dresden-Tatort von Wiedemann & Berg Television GmbH & Co. KG (ansässig in München und Berlin) im Auftrag des MDR für Das Erste.

Viele sächsische Gewinner beim Rundfunkpreis Mitteldeutschland

Für ihre „Berichterstattung zur Flut 2013“ sind Katja Arnold und Marvin Standke von Energy Sachsen beim Rundfunkpreis Mitteldeutschland 2014 in der Kategorie „Beste Moderation“ geehrt worden. Michaela Wunderlich von R.SA hat in der Kategorie Sonderthema “Mitteldeutscher Kulturraum” gewonnen, der Länderpreis Sachsen ging an „Die Radio PSR Sachsenstudie“. Auch bei den Bürgermedien gab es sächsische Gewinner: Pauline Mager (Beitrag „Toiletten?“, Radio Blau in Leipzig, Kategorie Hörfunk) und die Mittelstufen der Förderschule „St. Franziskus“ Dresden (Beitrag „Die kleine Spinne – Wir sind im Netz“, SAEK Dresden, Sonderpreis zum Thema „Inklusion“). Die Fernsehpreise werden im Oktober verliehen. Die Rundfunkpreise Mitteldeutschland werden von der Arbeitsgemeinschaft der Mitteldeutschen Landesmedienanstalten jährlich für Angebote von Privat- und Bürgermedien vergeben.

Flurfunk Dresden startet Print-Magazin

Die Medienblogger vom Flurfunk Dresden wollen in diesem Herbst mit  dem „Funkturm – das Medienmagazin für Sachsen“ in den Markt starten. Auf der Webseite kündigt der Flurfunk für den Funkturm eine Auflage von 2.500 bis 3.500 Stück und einen Verkaufspreis von 8 Euro pro Heft an. Die erste Ausgabe des A4-Hochglanzmagazins soll am 10. Dezember erscheinen.

Wochenspiegel Sachsen eingestellt

Im Juni ist der Wochenspiegel Sachsen letztmalig erschienen. Damit setzt sich der Abwärtstrend der kostenlosen Wochen-Anzeiger fort.  Mehrere Titel u.a. in Leipzig wurden bereits eingestellt, bei anderen Titeln, wie dem Wochenspiegel Sachsen selbst, war zuletzt die Anzahl der Ausgaben gekürzt worden. Nicht von der Einstellung betroffen ist der Wochenspiegel Erzgebirge, der weiterhin mittwochs erscheint.

Freientag beim MDR 

Viele interessierte Freie Mitarbeiter des Mitteldeutschen Rundfunks zog es am 27. September 2014 in den Mediengarten der MediaCity unmittelbar neben der MDR-Zentrale. Der Freienrat der Drei-Länder-Anstalt hatte erstmals einen Freientag organisiert. Vertreten waren zahlreiche, für Freie wichtige Institutionen, darunter die KSK und die Presseversorgung. Informationsgespräche waren auch an den Ständen des DJV, von ver.di und der IGFF möglich.

DSC04247 Intendantin im GesprächAuf dem Programm stand ein Interview mit Intendantin Prof. Karola Wille und ein Podiumsgespräch mit den Vertretern von ver.di und DJV, Michael Kopp und Michael Hiller. Den Abschluss gestaltete die Band Trio D. Janiero – leider vor gelichteten Reihen…

Bissl Kunst und Sport und etwas Szene

scholz swDen Foto-Hauptpreis gab’s diesmal vor dem Bierzelt

“Sachsen genießen” ist das Thema des diesjährigen Fotowettberwerbes. Am 6. September 2014 wurden in Zwickau die Preisträger bekanntgegeben. DJV Sachsen und Mauritius-Brauerei Zwickau hatten zum zweiten Mal diesen Fotowettbewerb veranstaltet, der sich vor allem an hauptberufliche Journalistinnen und Journalisten in Sachsen richtet. Von den insgesamt rund 40 eingereichten Arbeiten wurden von der Jury unter Vorsitz von Prof. Tamara Huhle (Hochschule Mittweida) die drei Preisträger ermittelt. Die ausgewählten Fotos widerspiegeln im weitesten Sinne das von den Veranstaltern vorgegebene Thema.
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Zahlensalat: Die glücklichen Nichtwähler

zahlen swWerner Patzelt ist Professor. Für Politik. In Dresden. Da war er nach der Landtagswahl natürlich ein gefragter Interview-Partner. Und prompt wollten die Kollegen von ihm wissen, warum um alles in der Welt über die Hälfte aller Sachsen nicht zur Wahl ging. Antwort des Politologen: Abgesehen davon, dass es nichts zu entscheiden gegeben habe, hänge die niedrige Wahlbeteiligung „damit zusammen, dass es den Sachsen zu gut geht“.

In Zeiten allgemeiner Alternativlosigkeit mögen die Unterschiede der Parteien tatsächlich nicht allzu groß sein. Aber beim Argument, es gehe dem Wahlvolk zu gut, machen wir uns doch den Spaß und stellen ausgewählte Wirtschaftsdaten aus Sachsen, Baden Württemberg und sagen wir Rumänien nebeneinander:

 

Sachsen Rumänien Baden-Württemberg
Arbeitslosenquote 8,5 %1 7,0 %2 4,1 %1
Exportquote 39,1 %3 34,2 %4 52,0 %3
Armutsgefährdung 19,4 %5 22,6 %6 11,0 %5
Anteil Produktion/ Industrie am BIP 23,5 %7 26,3 %8 30,19

 

Vielleicht geht es nur mir so, aber die sächsischen Daten erinnern mich eher an Rumänien, als an das Ländle unserer Brüder und Schwestern im Südwesten Deutschlands.

Nun wissen wir alle (besonders diejenigen, die mal in Stuttgart waren), dass Geld allein nicht glücklich macht. Und Arbeit, insbesondere in Industriebetrieben, ist auch keine Garantie für Glückseligkeit. Außerdem sind diese Zahlen selbstverständlich völlig willkürlich und manipulativ ausgewählt. Ist ja ´ne Kolumne hier und keine Doktorarbeit.

Dennoch soll eine weitere Parallele nicht verschwiegen werden: die Wahlbeteiligung bei letzten Landtagswahl in Baden Württemberg lag bei 66,3 %. Das aktuelle Parlament in Rumänien haben etwa 42 Prozent der Wahlberechtigten bestimmt. Denen geht es offenbar auch zu gut …

Uwe Schimunek

Medientreffs: Stillstand und Routine

stillstandLeipziger Medientreffpunkt und Deutsch-polnische Medientage verharren im eigenen Saft 

Der Medientreffpunkt Mitteldeutschland, der sich in seiner 16. Auflage vor allem Veränderungen am Rundfunkmarkt widmete, stand 2014 per Leithema unter dem eigenwilligen Stern der „Resonanz“. Rund 500 Leute respektive knapp 200 Referenten tagten drei Tage in der „Media City“ in Leipzig, die nun dank (Media-)City-Tunnel sogar über eine eigene halboffene U-Bahn-Station namens „Leipzig-MDR“ verfügt und dadurch bequem in einer Viertelstunde vom Hauptbahnhof erreichbar ist, fragten sich: „Was ist wichtig?“ Mehr von diesem Beitrag lesen

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