Kurier 76 (01/2012). Die Übersicht.

Steine ins Rollen bringen
Die Uni Leipzig und die Journalistik
Eine Veranstaltungsvorschau
Was die Senioren so treiben
Der Fall Escher im leMoMo
Ein wenig BVT 2011, ein wenig PC in DD, ein wenig leMoMo in Le
Eine Hintertorkamera mit Folgen
Wer treibt warum zur Übertreibung

Der DJV-Kurier 76 erscheint am 17. März 2012. Alle Beiträge (in voller Länge nur hier. Unzensiert!)
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Ins Rollen gebracht

sb200 swDer Bundesverbandstag letztes Jahr in Würzburg war etwas Besonderes. Der Gang über die Altstadtbrücke hatte Vertrautes. Ich fühlte mich erinnert an Dresdens Augustusbrücke und an die Karlsbrücke in Prag. Zwei Städte mit großer Symbolkraft. Und dann auf dem Weg zur Tagung der monumentale Stein, leicht schräg auf einem Keil. So, als gerät er gleich ins Rollen. Auch das hatte etwas symbolhaftes. Steine ins Rollen bringen, den Weg frei machen für neue Ideen.

Das Hochgefühl wich im Laufe des Verbandstages. Geblieben ist die Tatsache, dass die Delegierten aus Sachsen wieder einmal angetreten waren, um einen gewichtigen Stein ins Rollen zu bringen – die Neuregelung der Finanzierung. Zweiundzwanzig Jahre nach der Aufnahme der ostdeutschen Landesverbände ist es an der Zeit, Schluss zu machen mit Finanzspritzen, die die einen geben und die anderen wie eine bittere Pille schlucken. Erreicht haben wir, dass unser Antrag auf Neuregelung nicht einfach abgebügelt wurde, sondern weiter diskutiert wird. Mehr von diesem Beitrag lesen

Steine ins Rollen bringen

mdrrrrrrr-hprfoto swAufbruchstimmung herrscht seit Wochen beim MDR. Eine neue Intendantin fegt durchs Haus und mischt alles auf. Dennoch gibt es Baustellen, die so schnell wohl nicht beendet sein werden. Aus tariflicher Sicht sind das vor allem die Bedingungen für die zahllosen Freien. Um die 1400 von ihnen sind derart eng an den MDR gebunden, dass ihr Status als freie Mitarbeiterin/freier Mitarbeiter teilweise äußerst fragwürdig ist. Das weiß auch die Intendantin. Deshalb gibt es seit langem Tarifgespräche, bei denen die MDR-Freien eine zunehmende Rolle spielen. Frau Professor Wille hat dies, als frühere Juristische Direktorin und Verhandlungsführein, selbst mit angestoßen. Denn dem MDR könnte durchaus Ungemach drohen, wenn freie Mitarbeiter/innen ihren Status einklagen. Die bisherigen Angebote des MDR sind jedoch halbherzig. Statt der Festanstellung soll ein Bestandsschutz die Probleme lösen. Eine für den MDR wichtige Gruppe von Freien könnte aber außen vor bleiben: Die programmgestaltenden freien Mitarbeiter. Für sie soll es nach dem bisherigen Willen des MDR keinen Bestandsschutz geben. Im Moment wird noch verhandelt, das Ergebnis ist unklar. Bleiben die programmgestaltenden außen vor, dann betrifft das vor allem Redakteurinnen und Redakteure. Sie sind schon heute oft Spielball in der MDR-Realität, die sich durch einen Wust von Tarifverträgen, Dienstanweisungen und zwingend anzuwendenden ARD-Reglungen definiert. Selbst gut gemeinte Tarifvereinbarungen schießen da gelegentlich am Ziel vorbei. Mehr von diesem Beitrag lesen

Zukunft für Leipziger Journalistenausbildung

Leipzig ist auch die Wiege der universitätsgebundenen Journalistenausbildung.  Und es war nicht irgendeine Ausbildung: Karl Bücher legte von Anfang Wert darauf, dass akademisch Gebildete unter der Anleitung erfahrener Praktiker praxisnahe Übungen absolvierten. 

Diese  grundsätzliche Ausrichtung – die enge Verbindung von Theorie und Praxis – ist trotz einer insgesamt wechselvollen Geschichte des Bücher-Instituts und seiner Nachfolger bis heute erhalten  geblieben. Wer in den letzten sechs Jahrzehnten Journalistik studierte, hatte entweder vor dem Studium ein Volontariat absolviert oder erhielt diese Gelegenheit während dieses Studiums. Sicher einer von mehreren Gründen, der der Leipziger Ausbildung einen guten Ruf in der Praxis und den Absolventen gute Einsatzchancen bis in die Gegenwart garantierte. Und  der Leipziger Journalistik sicherte das immer eine Ausnahmestellung. Vergleichbare Universitätseinrichtungen gibt es eben derzeit nur noch in Dortmund und Eichstätt.  Mehr von diesem Beitrag lesen

Rückblick Bundesverbandstag

Die 5.555 des Ostens künftig ohne “Gesandte”
Würzburg/Dresden – Zwar bin ich beim Verbandstag unserer Berufs-Gewerkschaft in Würzburg nur Ersatz-Delegierter mit Stimmrecht gewesen, habe aber schon einige derartige Beratungen erlebt. Dennoch bin ich mit meinem Enthusiasmus für den Deutschen Journalisten-Verband (DJV) – meine eigentliche zweite Heimat – irgendwie weit nach unten abgeglitten, als am zweiten Tag beim Punkt Wahlen ein Ergebnis bekannt gegeben wurde. Im Vorstand für die über 38.000 Journalistinnen und Journalisten vertritt künftig keine Vertreterin bzw. kein Vertreter aus den Ostländern mehr deren Belange, Ambitionen, streitet für deren Überlegungen, Impulse und Vorschläge, bestimmt niemand mehr mit, wie deren Aufgaben ebenfalls gemeinsam gelöst werden können.

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Eine Beitragsreform für den DJV?

Gleich vorweg: Es geht nicht um Ihre Mitgliedsbeiträge im DJV Sachsen. Zumindest nicht unmittelbar. Mittelbar jedoch schon, denn rund 40 Prozent des Beitrages eines jeden Mitgliedes erhält der Bundesverband. Das sind alljährlich für den Landesverband Sachsen rund  130000 Euro. In weniger als zehn Jahren kommt da eine gute Million Euro zusammen, betont Schatzmeister Hartmut Weiße.

Die Landesverbände des DJV sind aufgrund ihrer Größe, aber auch aufgrund unterschiedlichster Beitragsordnungen, in ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit sehr differenziert. Insbesondere die Verbände mit weniger als 1000 Mitgliedern können die finanzielle Basis für eine mit anderen Landesverbänden vergleichbare Mitgliederbetreuung kaum sichern. Mehr von diesem Beitrag lesen

Zeit ist Geld ist Zeit

Journalistische Treffvorschau für Austausch, Vernetzung und Horizont 

Flüchtigkeit ist das neue Problem, nicht nur bei Verlegern in Verlagen, sondern auch bei Inhalt und Form der schönen neuen Medienwelt, deren Lieblingswort eigenartigerweise Nachhaltigkeit ist. Doch auch die Wissenskluft wächst und bläst immer doller vor sich hin. Ein wenig Abhilfe in Form von Konferenzen, Foren und Werkstätten gibt es, etliches davon im kommenden Quartal – ein Zeitaufwand, der sich leicht vermehrt.   

2011 noch taktischerweise zuletzt genannt (es ging ums „tazlabپg mit dem Thema Medienrevolutionen), nun (chrono)logisch ganz vorn: Am 14. April wartet im Westberliner Haus der Kulturen, ganz im Schatten des Kanzlerinnenamtes, der „taz Kongress“ der Berliner „Tageszeitung“. Es bietet in Kooperation mit passenden Medien wie „Le Monde diplomatique“, „Freitag“, „Guardian“ oder „Perlentaucher“ viele Veranstaltungen zum guten Leben und dessen Alternativen. 2012 soll vor allem die Öko-Anmutung als angeblicher „Kern der modernen Moral des 21. Jahrhunderts“ entblättert werden. Und es soll die „wichtigste und übelste Lüge der vergangenen, neoliberalen Debatten“ entlarvt werden: dass es keine Alternativen gäbe. Die Ausgangsthese: Das gute Leben sei ein solidarisches Projekt mit anderen, lokal wie international. Fairer Harttobak also. Mehr von diesem Beitrag lesen

Tatort Presseclub

An jedem zweiten Montag ist in Dresden Presseclub-Tag. Die Themen sind sehr breit angelegt. Neben Gesprächen mit Prominenten gibt’s hin und wieder auch eine Exkursion. Im blog aktuell informieren wir regelmäßig über Veranstaltungen des Dresdner Presseclubs. Mit seiner Veranstaltungsdichte ist er einer der aktivsten Clubs seine Art in ganz Deutschland. Gäste sind übrigens jederzeit herzlich willkommen. Die Clubmitglieder treffen sich meist im Restaurant an der Frauenkirche – von den Dresdner auch gern „Cafe wichtig“ genannt.

Aktuelles zum Presseclub unter http://www.presseclub-dresden.de/ unsere Beiträge unter http://djvs.wordpress.com/category/presseclub-dd/

leMoMo: Escher mal ganz anders

Der MDR-Moderator zu Gast beim Leipziger Stammtisch leMoMo

Die Bilanz ist beeindruckend: Mehr als 770 Fernsehsendungen in 17 Jahren, mit 57 Jahren einer der erfolgreichsten TV-Journalisten überhaupt, zahllose glückliche Zuschauer, die sich in ihrem Recht bestärkt sehen. „Das Allerschönste ist, wenn ich die Parteien zusammenbringen kann“ sagt Peter Escher, Moderator des gleichnamigen MDR-Ratgebers. Und erzählt, dass er und sein Team in all den Jahren immerhin 1.000 Fälle lösen konnten. Monatlich gehen etwa 2.000 Briefe in der Redaktion ein. Und obwohl sich die Probleme, bei denen die Zuschauer den Moderator um Hilfe bitten, (zwangsläufig) wiederholen, ist der Zuspruch nach wie vor groß. Mehr von diesem Beitrag lesen

Die Vitalität von DJV-Senioren

Journalisten sind selbst im Rentenalter agil und aktiv. Das gehört zu ihrem „Berufsbild“. Die lange Liste von Zusammenkünften der Dresdner Seniorengruppe des DJV während der vergangenen 20 Jahre ist beredtes Zeugnis dafür. Dabei haben sich gewisse „Rituale“ herausgebildet:

  – Der dritte Donnerstag des Monats wurde zum traditionellen Treff.
  – Zu Jahresbeginn gab es stets eine Gesprächsrunde im Dresdner Haus der Presse,
     meist mit (Chef-)Redakteuren der Sächsischen Zeitung.
  – Busreisen führten in der Regel einmal im Jahr über die Grenzen des Freistaates Sachsens       
     hinaus in andere Bundesländer oder ins Ausland. Mehr von diesem Beitrag lesen

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